Was ist Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)?

Was ist Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes)

Was ist Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) (Quelle © pojoslaw / Getty Images)

Schwangerschaftsdiabetes kann eine ernsthafte Komplikation einer Schwangerschaft sein.  Aber dank moderner Technologien wie Früherkennungstests, regelmäßige Voruntersuchungen und eine Vielzahl von verschiedenen Insulinen lässt sich das Risiko für Mutter und Kind minimieren.

Normalerweise wird bei schwangeren Frauen ab der 20. Schwangerschaftswoche der Blutzuckerspiegel bestimmt. Sollte sich dabei herausstellen, dass ein erhöhter Blutzuckerspiegel oder ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt, sollte dies aber nicht gleich zu Panik führen. Schwangerschaftsdiabetes lässt sich relativ einfach managen und bei der Mehrheit der betroffenen Frauen verschwindet der Diabetes nach der Geburt des Babys.

Bei Müttern, die bereits mit einem Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert wurden oder einem größeren Risiko ausgesetzt sind einen Diabetes in der Schwangerschaft zu entwickeln, wird der Blutzuckerspiegel meist schon früher zwischen der 16. und der 20. Schwangerschaftswoche ermittelt. Für Mütter, die bereits einen Typ 1 oder Typ 2 Diabetes haben ist es ratsam schon vor der Schwangerschaft einige Vorkehrungen zu treffen, damit die Schwangerschaft komplikationslos verläuft.

Gestationsdiabetes Mellitus (Schwangerschaftsdiabetes)

Gestationsdiabetes Mellitus lässt sich definieren als eine “Resistenz gegen Kohlehydrate verschiedenster Schweregrade welche sich erstmals in der Schwangerschaft zeigte oder diagnostiziert wurde”.

Gestationsdiabetes tritt in circa 5 – 10% aller Schwangerschaften auf und zeigt sich als erhöhte Blutzuckerwerte welche ab der 20. Schwangerschaftswoche nachgewiesen werden.

Risikofaktoren für Frauen einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln:

  • Alter über 30 Jahre
  • Frauen mit Typ 2 Diabetes in der Familie
  • Frauen mit Übergewicht
  • Frauen die bereits einmal mit Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert wurden
  • Frauen die bereits ein Kind mit einem Geburtsgewicht von über 4.000 g zur Welt gebracht haben
  • Frauen die bereits Fehlgeburten hatten
  • Frauen, die von bestimmten ethnischen Gruppen abstammen z. B. indigene Amerikaner und Australier

Der orale Glukose Toleranz Test

Gynäklogen testen meist, als Teil der Standard Vorsorgeuntersuchungen, ob ein erhöhter Blutzuckerwert bei schwangeren Frauen vorliegt. Der dabei am häufigsten verwendete Test ist der orale Glucose Toleranz Test. Bei diesem 2 Stunden Test wird der Testperson auf nüchternen Magen eine Dosis von 75 g Glucose verabreicht und der Blutzucker jeweils vor der Verabreichung der Glucose und 2 Stunden nach der Verabreichung bestimmt. Ein Diabetes wird diagnostiziert bei einem Nüchternzucker ab 5,5 mmol/L und einem 2 Stunden Blutzuckerspiegel ab 8 mmol/L.

Dieser Test ist für schwangere Frauen wichtig, da ein Schwangerschaftsdiabetes in der Regel einfach behandelt und gemanagt werden kann.

Risikofaktoren eines unbehandelten oder schlecht eingestellten Schwangerschaftsdiabetes

  • Erhöhtes Risiko einer Stillgeburt
  • Erhöhtes Geburtsgewicht (Babys die über 4.000 g wiegen)
  • Erhöhtes Komplikationsrisiko während der Geburt
  • Unreife der Entwicklung der Lungen oder Nieren des Fötus
  • Niedriger Blutzuckerspiegel des Babys direkt nach der Geburt

Ursachen für Schwangerschaftsdiabetes

Es kann eine ganze Reihe von verschiedensten Ursachen für die Entstehung eines Schwangerschaftsdiabetes geben. Typisch für einen Schwangerschaftsdiabetes ist der erhöhte Blutzuckerspiegel in Zusammenhang mit einer zeitverzögerten Insulinausschüttung und/oder einer Insulinresistenz.

Der Insulinbedarf einer schwangeren Frau ist 2 – 3 Mal höher als außerhalb der Schwangerschaft. Eine Reihe von Hormonen die für das Wachstum des Babys essentiell sind (besonders Humanes Plazentalaktogen und Progesteron) sind in großen Mengen während der Schwangerschaft vorhanden und wirken gegen Insulin. Erhöhte Blutzuckerwerte treten dann auf, wenn die Wirkung des Humanen Plazentalaktogen und Progesteron die Möglichkeit genügend Insulin zu produzieren übersteigt.

Sollten Sie stark übergewichtig sein oder bereits eingeschränkt Insulin produzieren, kann sich eine Insulinresistenz einstellen. Eine Insulinresistenz bedeutet, dass Ihr Körper das selbst produzierte Insulin nicht effektiv verwenden kann, was zum Anstieg Ihres Blutzuckerspiegels führt.

Meist normalisiert sich am Ende Ihrer Schwangerschaft Ihr Insulinbedarf und der Schwangerschaftsdiabetes verschwindet.

Konsequenzen eines Gestationsdiabetes

Beim Schwangerschaftsdiabetes wird zwischen Kurzzeit- und Langzeitfolgen für Mutter und Baby unterschieden.

Da Zucker plazentagängig ist, stellt sich bei Ihrem Baby ein höherer Blutzuckerspiegel ein. Die fötale Bauchspeicheldrüse ist ab der 18. Schwangerschaftswoche aktiv und ein höherer Blutzuckerspiegel aktiviert die Bauchspeicheldrüse Ihres Babys um mehr Insulin zu produzieren. Durch die erhöhte Insulinproduktion speichert Ihr Baby den Zucker in Form von Glykogen und Fett, was zu Übergewicht bei Ihrem Baby führt. Obwohl Ihr Baby groß und entwickelt aussieht, können dadurch die Lungen und Nieren unterentwickelt oder unreif bleiben.

Babys mit sehr großem Geburtsgewicht können Komplikationen bei der Geburt haben. Unterentwickelte oder unreife Babys können auch einem erhöhten Komplikationsrisiko ausgesetzt sein. Die Notwendigkeit ein übergewichtiges Baby eventuell früher gebären zu müssen, birgt weitere Risiken einer Frühgeburt. Babys mit zu hohen Blutzuckerwerten können außerdem unter Anpassungsschwierigkeiten leiden. Dies geschieht vor allem da die Umstellung von einer Umgebung mit hohem Blutzuckerspiegel im Mutterleib zu einem wesentlich niedrigeren Blutzuckerspiegel außerhalb des Mutterleibs sehr plötzlich geschieht.

 

 

HINWEIS: Wegen des hohen Schutzgutes der Gesundheit des Einzelnen und unseres Anspruchs an die Richtigkeit und Klarheit der hier getroffenen Aussagen weisen wir darauf hin, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich keine Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen können. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung (Osteopathie) selbst. Nur in einigen Bereichen besteht eine relevante Anzahl von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, d. h. evidenzbasierte Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirkung belegen. Wir betrachten den jeweiligen Einzelfall, bei dem mitunter auch bei den aufgeführten Anwendungsbeispielen eine osteopathische nicht angezeigt sein kann.