Allergien bei Babys und Kindern – aktuelle Ernährungsempfehlungen für Ihr Kleinkind

Allergische Erkrankungen treten immer häufiger bei Kindern auf.

Ernährung und Allergien bei Babys und Kleinkindern

Aktuelle Ernährungsempfehlungen für Ihr Kleinkind (Quelle © ilmoro100 / Getty Images)

In der Tat haben sich in den letzten 25 Jahren die Allergien in westlichen Ländern verdoppelt.

Gemäß dem Robert-Koch-Institut war heute jedes dritte bis vierte Kind schon einmal von einer allergischen Erkrankung betroffen. Darüber hinaus klagt jedes fünfte Kind momentan über Symptome die mit einer allergischen Erkrankungen in Verbindung gebracht werden können.

Die am verbreitetsten Allergien bei Kindern sind

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
  • Ekzeme,
  • Asthma und
  • Heuschnupfen (allergische Rhinitis).

Woher kommt dieser Anstieg an allergischen Erkrankungen bei Kindern?

Leider gibt es momentan keine eindeutige Erklärung für den rasanten Anstieg von Allergien, vor allem bei Kindern, in den vergangenen Jahren.

Es gibt eine Reihe an vorgeschlagenen Erklärungen wie zum Beispiel zu spätes Zufüttern, Veränderungen in der Lebensmittelproduktion oder einen Vitamin D Mangel. Die Thematik ist jedoch sehr komplex und die Forschung geht weiter.

Wer ist gefährdet eine Allergie zu entwickeln?

Jedes Kind kann eine Allergie entwickeln, aber es gibt eine Reihe von Risikofaktoren, welche die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Erkrankung erhöhen:

  • Eine familiäre Vorbelastung mit Allergien bei Geschwistern oder einem Elternteil. Das Risiko eine Allergie zu entwickeln erhöht sich, wenn beide Eltern oder ein Elternteil und Geschwisterkind von einer Allergie betroffen sind.
  • Die Gabe von Kuhmilch oder Sojamilch vor dem 3. – 4. Lebensmonat kann das Risiko Ekzeme (Neurodermitis) oder Lebensmittelallergien zu entwickeln erhöhen.
  • Die Gabe von fester Nahrung vor dem 3. – 4. Lebensmonat kann das Risiko Ekzeme oder Lebensmittelallergien zu entwickeln erhöhen.
  • Babys die im Frühjahr geboren wurden können einem größeren Risiko ausgesetzt sein, eine saisonale allergische Rhinitis (Heuschnupfen) zu entwickeln.
  • Passivrauchen kann das Risiko erhöhen Atembeschwerden zu entwickeln.

Was können Sie tun um Lebensmittelallergien zu verhindern?

Ernährung während der Schwangerschaft und Allergieprävention

  • Es wird davon abgeraten, dass schwangere Frauen oder stillende Mütter irgendwelche Nahrungsmittel aus ihrer Ernährung ausschließen (auch diese Nahrungsmittel die als allergen gelten). Das Weglassen von Lebensmitteln kann keine Allergien verhindern.
  • Bis zu drei Portionen fetthaltiger Fisch pro Woche, in der Schwangerschaft oder Stillzeit, können helfen die Entstehung einer Allergie oder eines Ekzems zu verhindern.
  • Die Einnahme von Probiotischen- und prebiotischen Kulturen während der Schwangerschaft und Stillzeit können der Entstehung einer Allergie oder eines Ekzems vorbeugen.

Die Ernährung von Babys und Allergieprävention

  • Stillen in der Zeit des Zufütterns kann der Entstehung einer Allergie oder eines Ekzems vorbeugen.
  • Wenn Stillen nicht möglich ist, kann eine Standard Pulvermilch verwendet werden. Es gibt keine Hinweise, dass Pulvermilch aus Soja, Ziegen- oder Schafsmilch das Risiko der Entstehung einer Allergie oder eines Ekzems reduzieren.
  • Es gibt keine Hinweise, dass speziell hydrolysierte Pulvermilch, die meist als HA-Nahrung (hypoallergen) ausgeschrieben ist, die Entstehung von Ekzemen, Allergien, Lebensmittelunverträglichkeiten, Asthma oder Heuschnupfen in Babys und Kindern reduziert oder abwehrt.

Zufüttern und Allergieprävention

  • Feste Nahrung sollte nicht vor dem 4. Monat gegeben werden.
  • Geben Sie feste Nahrung erst, wenn ihr Baby von der Entwicklung her bereit ist. Zwischen dem 4. und 6. Monat und im Idealfall sollte Ihr Baby noch gestillt werden.
  • Generell sehr allergene Lebensmittel wie Hühnereier, Erdnüsse, andere Nüsse, Weizen, Fisch etc. sollten eher früher als später gegeben werden.
  • Die Gabe von Erdnusserzeugnissen (z. B. Erdnussbutter) an Babys die bereits Ekzeme haben, kann vor dem 12. Lebensmonat das Risiko einer Lebensmittelallergie reduzieren.
  • Die Gabe von gekochtem Hühnerei an Babys die bereits Ekzeme haben, kann vor dem 8. Lebensmonat das Risiko einer Lebensmittelallergie reduzieren.

HINWEIS: Wegen des hohen Schutzgutes der Gesundheit des Einzelnen und unseres Anspruchs an die Richtigkeit und Klarheit der hier getroffenen Aussagen weisen wir darauf hin, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich keine Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen können. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung (Osteopathie) selbst. Nur in einigen Bereichen besteht eine relevante Anzahl von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, d. h. evidenzbasierte Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirkung belegen. Wir betrachten den jeweiligen Einzelfall, bei dem mitunter auch bei den aufgeführten Anwendungsbeispielen eine osteopathische nicht angezeigt sein kann.