5 wichtige Punkte die Sie über Autismus oder Autismusspektrumstörungen wissen sollten

Der 9. Welt-Autismus-Tag ist zwar erst am 02. April dieses Jahres, aber da wir als Osteopathen für Kinder häufig mit Autisten bzw. mit Kindern die eine Autismusspektrumstörung haben in Kontakt kommen, ist das Thema Autismus stets von großer Bedeutung für uns.

Als Kinderosteopathen ist die Arbeit mit Patienten mit Autismusspektumstörungen über die Jahre zu einem der interessantesten Lernprozesse für uns geworden. Vor allem wegen der unterschiedlichen Formen in der sich diese Störungen zeigen können. Autismusspektumstörungen sind ein mannigfaltiges Thema bei dem wir davon ausgehen können, dass es weiterhin viel darüber zu lernen geben wird.

Bedauerlicherweise gibt es in der Bevölkerung wenig Kenntnis und Bewusstsein, aber viele Missverständnisse über diese oftmals sehr unterschiedlich auftretenden Störungen. Hier führen wir fünf essentielle Punkte auf, die zu einem besseren Verständnis und Bewusstsein für Autismusspektrumstörungen führen sollen.

5 wichtige Punkte die Sie über Autismus oder Autismusspektrumstörungen wissen sollte
Autismus oder Autismusspektrumstörungen (Quelle ©LiveStock77 / Getty Images)

1. Autistische Kindern sehen nicht anders aus.

Eine der häufigsten Aussagen die Eltern von Autisten zur „Weißglut“ treibt ist: „aber dein Kind sieht überhaupt nicht autistisch aus“. Wir sind immer noch verwundert, das viele Menschen, wohlmeinend oder nicht, davon ausgehen das Autisten anders aussehen als jeder andere Mensch. Autismus hat keine äußeren Merkmale.

2. Autistische Kinder sind nicht notwendiger Weise behindert.

Der Begriff Störung muss nicht gleich bedeuten das eine Behinderung vorliegt. Vielmehr haben Autisten andere Fähigkeiten, die durch eine andere Vernetzung des Nervensystems bestehen, was aber nicht bedeuten muss, das eine spezielle Begabung vorliegt.

Es kann zum Beispiel sein, das in einem Kind mit einer Autismusspektrumstörung eine spezielle Affinität zu Zahlen besteht und das die konkrete Beschaffenheit von Zahlen dem hoch organisierten und logischen Denken dieses Kindes entspricht. Bei diesem Kind kann es dann durchaus möglich sein, das es bis 40 zählen bevor es „Mama“ oder „Papa“ sagen kann. Jedoch kann hier noch nicht von einer Begabung gesprochen werden.

Andere Bereiche in denen Autisten spezielle Begabungen aufweisen können sind z.B. Kunst, Musik oder in der Mechanik. Jedoch besteht bei nur circa 10 % aller Autisten eine spezielle Begabung und gerade wegen dieser Begabung ist für diese Autisten ein eigenständiges Leben oft nur eingeschränkt möglich.

3. Kein autistisches Kind ist wie das Andere.

Genau wie bei jedem anderen Individuum sind Autisten auch keine Klone. Es mag vielleicht bei manchen Autisten Gemeinsamkeiten geben, aber es lassen sich nie zwei Kinder mit einer Autismusspektrumstörung vergleichen. Wegen des vielseitigen Auftretens von Autismus wird deshalb von einem ganzen Spektrum von verschiedenen Formen und Arten von Autismus gesprochen.

4. Autistische Kinder haben Gefühle.

Das Bild das viele von einem autistischen Kind haben, ist ein ruhiges, zurückgezogenes Kind welches keinen Augenkontakt macht und keine Gefühle ausdrücken kann und deshalb wenig zuneigungsvoll ist. Obwohl in vielen Fällen Emotionen von Autisten auf erlerntem Verhalten beruhen bedeutet dies nicht, dass diese Emotionen nicht dieselbe Gültigkeit haben wie bei jedem anderen Menschen. Gleichermaßen bedeutet dies, dass obwohl autistische Kinder Emotionen nicht auf dieselbe Weise interpretieren wie andere Menschen, dies nicht dazu führen muss das Autisten Emotionen nicht erkennen oder ausdrücken können.

5. Autistische Kinder wollen wie alle anderen Kinder akzeptiert werden.

Autisten wissen das sie anders sind, aber niemand möchte seine Unterschiede zu anderen bis zum Punkt der Ausgrenzung hervorgehoben sehen. Viele Kinder mit einer Autismusspektrumstörung leiden unter der gesellschaftlichen Ausgrenzung.

Autisten sehen was um sie herum geschieht und auch Kinder mit Autismus können sehr wohl unterscheiden ob sich Menschen in ihrem Leben befinden oder nicht. Es ist möglich das Kinder mit einer Autismusspektrumstörung nicht dieselben sozialen Fähigkeiten haben und ihnen alltägliche zwischenmenschliche Interaktionen schwer fallen können. Dies bedeutet aber nicht, dass Autisten keine Freunde haben wollen und brauchen. Vielmehr sind Freunde für Autisten von großer Bedeutung um sich akzeptiert fühlen zu können.

florianbuchmueller