Was macht ein Osteopath? Osteopathische Prinzipien in der Praxis Teil 2

 Dr. Andrew Taylor Still

Dr. Andrew Taylor Still (Quelle © Museum of Osteopathic Medicine, Kirksville, MO [2000.01.05.] )

Das Muskel-Skelett System ist die primäre Maschine des Lebens

Das Muskel-Skelett System ist mehr als ein Gerüst um unsere inneren Organe herum zu tragen. Vielmehr ist das Muskel-Skelett System das Mittel über das wir uns als Menschen ausdrücken, Aufgaben erledigen, uns um andere kümmern und wie wir die Gefühle und Absichten anderer erkennen. Ohne ein gut funktionierendes und koordiniertes Muskel-Skelett System ist unser tägliches Leben in vieler Hinsicht stark eingeschränkt. Unter Einbezug dieser Faktoren ist der Osteopath durch seine manuellen Behandlungen bestens platziert, um dem Patienten auf allen Ebenen der Gesundheit zu berühren.

Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile

Die Integration innerhalb und zwischen den Strukturen im menschlichen Körper ist essentiell für effektive Körperfunktionen. Wir sind mehr als eine Ansammlung von Zellen; denn es ist das Zusammenspiel aller Zellen und Körperteile, das dem Leben wie wir es kennen Ausdruck verleiht. Dementsprechend beschäftigen sich Osteopathen nie nur mit einem isoliertem Gelenk, Muskel oder Organ und betrachten Körpersysteme nie getrennt voneinander. Deshalb ist die Überspezialisierung, und dadurch entstehende Aufteilung des Körpers in Einzelteile und Systeme wie man es aus der Schulmedizin kennt, das Gegenteil von dem Körperverständnis der Osteopathie.

Es wurde jedoch aufgrund der Tragweite von verschiedenen Spezialgebieten wie

notwendig Zusatzausbildungen einzuführen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Patient in Systeme und Einzelteile aufgeteilt wird, sondern das innerhalb der Spezialgebiete der Osteopathie der Patient stets als Ganzes betrachtet wird und die Osteopathie eine dem Leben zugewandte Heilkunde bleibt. 

Leben ist Bewegung

Ob es sich um einen elektrischen Impuls handelt der durch einen Nerv geleitet wird, die Blutzirkulation im Körper, die Kontraktion des Herzmuskels oder einfach Gelenkflächen die übereinander gleiten; Bewegung ist absolut charakteristisch für das Leben. Für einen Osteopathen ist die Beurteilung der Beweglichkeit wie eine Einschätzung der Lebensqualität. Schlechte Beweglichkeit deutet darauf hin, dass eine Person ihr körperliches Potential nicht voll ausschöpfen kann und das die Körpersysteme nicht optimal funktionieren, was das Immunsystem schwächen und die Gesundheit gefährden kann.

Finde es, behebe es und lass es in Ruhe

Das Ziel einer osteopathischen Behandlung ist es, die Hauptursache der Funktionsstörung oder des Problems zu finden, diese zu behandeln und dann den Körper in Ruhe zu lassen um sich selbst zu heilen. Osteopathen arbeiten nach dem Konzept das der Körper weiß was gut für ihn ist und stets versucht so gut es geht einen ausgeglichenen Zustand zu erlangen. Mit dem richtigen Impuls kann der Körper diesen Anstoß annehmen und bewegt sich selbst von der Funktionsstörung zu verbesserter Funktion hin.

Wie schon Dr. A. T. Still sagte: „Die Gesundheit aufzuspüren sollte das Ziel eines jeden Doktors sein, Krankheit kann jeder finden.“. Was Osteopathen von anderen Therapeuten unterscheidet ist die besondere Fähigkeit sich auf die Bedürfnisse des Körpers und die ganzheitliche Funktion eines jeden Patienten einzustellen.

Die spezielle Fähigkeit von Osteopathen sich eines fein geschulten Tastsinns zu bedienen ermöglicht es ihnen auf vielen Ebenen der körperlichen und humanen Funktionen auf einmal zu arbeiten, und dabei ein tieferes Verständnis für Krankheit und Gesundheit hervorzubringen.

 

HINWEIS: Wegen des hohen Schutzgutes der Gesundheit des Einzelnen und unseres Anspruchs an die Richtigkeit und Klarheit der hier getroffenen Aussagen weisen wir darauf hin, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich keine Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen können. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung (Osteopathie) selbst. Nur in einigen Bereichen besteht eine relevante Anzahl von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, d. h. evidenzbasierte Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirkung belegen. Wir betrachten den jeweiligen Einzelfall, bei dem mitunter auch bei den aufgeführten Anwendungsbeispielen eine osteopathische nicht angezeigt sein kann.