Die körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft (Teil III)

Willkommen zurück bei unserer Reihe über die körperlichen Veränderungen in der Schwangerschaft.
Dieses Mal befassen wir uns mit den Veränderungen der Haltung der Wirbelsäule speziell während des dritten Trimesters (Trimenon).

HINWEIS: Wegen des hohen Schutzgutes der Gesundheit des Einzelnen und unseres Anspruchs an die Richtigkeit und Klarheit der hier getroffenen Aussagen weisen wir darauf hin, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich keine Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände liegen können. Die Anwendungsgebiete beruhen auf Erkenntnissen und Erfahrungen in der hier vorgestellten Therapierichtung (Osteopathie) selbst. Nur in einigen Bereichen besteht eine relevante Anzahl von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, d. h. evidenzbasierte Studien, die die Wirkung bzw. therapeutische Wirkung belegen. Wir betrachten den jeweiligen Einzelfall, bei dem mitunter auch bei den aufgeführten Anwendungsbeispielen eine osteopathische nicht angezeigt sein kann.

Das dritte Trimester der Schwangerschaft

Die drastischen Veränderungen in der Wirbelsäule im dritten Trimester finden aufgrund der fortschreitenden Gewichtszunahme des Babys und der daraus resultierenden Position der Gebärmutter primär in der Lendenwirbelsäule statt. Die Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule und das Kreuzbein sind gefordert sich gemäß dieser Veränderungen in der Lendenwirbelsäule anzupassen.

Während des dritten Trimesters der Schwangerschaft nimmt mütterliche Wirbelsäule entweder eine moderate oder extreme Vorwärtskrümmung (Lordose) der Lendenwirbelsäule ein, was Auswirkungen hat wie das Gewicht des Babys verteilt wird. Bei einer moderaten Vorwärtskrümmung der Lendenwirbelsäule das Gewicht des Babys wird durch das Schambein und die Bauchmuskulatur getragen. Die steht im Kontrast zu einer extremeren Vorwärtskrümmung der Lendenwirbelsäule die dazu führt das mehr Gewicht sich hinter dem Schambein verteilt und dabei mehr die Beckenbodenmuskulatur und die Bänder des Beckenbodens belastet als die Bauchmuskulatur.

Durch die erhöhte Vorwärtskrümmung der Lendenwirbelsäule kippt auch das Kreuzbein vorwärts (Nutation) was zu einer Dehnung der unteren Bänder des Beckenbodens sowie zu einer Öffnung der Gelenke des Steißbeines führt. Durch diesen Prozess werden auch die Strukturen des Beckenbodens gedehnt. Dieser verlängert sich und muss unter dieser Belastung einen guten Tonus (Spannung) beibehalten.

Während des ersten und zweiten Trimesters der Schwangerschaft erhebt sich die Gebärmutterkappe (Fundus) in die Höhe. Da sich während des dritten Trimesters jedoch die Bauchmuskulatur entspannt senkt sich die Gebärmutterkappe ab. Dies hat zu Folge dass sich die sich die Gebärmutter zum Ende der Schwangerschaft weniger nach Oben dafür aber mehr nach Außen ausbreitet. Diese Veränderungen im Volumen des Bauchraumes führen zu einer Dehnung der Strukturen des Oberbauches. Einige dieser gedehnten Strukturen können das Zwerchfell, die Ansatzpunkte des Rectus Abdominus Muskels (Waschbrettbauch) am Schwertfortsatz des Brustbeins (Processus Xiphoideus), sowie die Ankerungspunkte des Magens sein.