Screenagers! Wie Sie Ihr Kind vom Bildschirm weg und rein ins wahre Leben holen - Teil 1

„Leg das Handy weg und mach erst deine Hausaufgaben fertig…!” Noch bevor dieser Satz zu Ende gesprochen wurde, merken Sie, wie weltfremd diese Aufforderung sein kann. Denn die Antwort könnte durchaus sein: „Aber Mama, meine Freundin hilft mir über Whatsapp gerade bei meinen Mathehausaufgaben.“

Unsere Kinder sind ständig mit dem Internet verbunden, oft über mehrere Geräte gleichzeitig. Sie kommunizieren ununterbrochen über SMS, Instagram, WhatsApp und Facebook. Auch wenn sie in der Schule ihre Handys nicht benutzen dürfen, erledigen sie heute viel auf einem Laptop oder Tablet. Die digitale Welt erstreckt sich auf alle Bereiche ihres Lebens.

Online rund um die Uhr - wie Teenager kommunizieren
Die Kommunikation der Teenager – Online rund um die Uhr (Quelle: ©Highwaystarz-Photography / Getty Images)

Die Teenager von heute sind technisch versiert und computererfahren. Technologie ist für sie etwas ganz Natürliches, fast ein Teil von ihnen.

Aber das ständige Surfen im Internet und die augenscheinliche Zeitverschwendung treibt uns Eltern in den Wahnsinn. Es wirkt sich negativ auf die schulischen Leistungen und die persönliche Entwicklung unserer Kinder aus und führt dazu, dass sie weniger Zeit mit ihrer Familie verbringen. Wir als Eltern fühlen uns dagegen oft machtlos und finden diese ständige Konnektivität frustrierend.

Sollen wir uns nun also dagegen wehren oder uns mit dieser neuen Realität abfinden?
Unsere Kinder wachsen in einer hochkomplexen Medien- und Technologieumgebung mit digitaler Kommunikation und sozialen Netzwerken auf und entwickeln daher, im Vergleich zu früheren Generationen, andere Arten der Kommunikation.

Die neuen Technologien ermöglichen ihnen eine ständige Verbindung zu ihren Freunden und Zugang zu unendlich vielen Informationen.

Auch wenn wir der Ansicht sind, dass wir in diesem Alter ganz anders waren, ist Kommunikation für Jugendliche schon immer ein großes Thema gewesen. Erinnern Sie sich noch daran, was wir gemacht haben, als wir Teenager waren? Wir haben stundenlang telefoniert und unsere Eltern in den Wahnsinn getrieben, während wir es uns drei Stunden lang mit dem Telefon bequem gemacht haben. Für Teenager aller Generationen war es wichtig, regelmäßig mit ihren Freunden zu kommunizieren und sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten. Außerdem haben Teenager oft Angst, dass sie etwas verpassen könnten.

Dank Instant Messaging sind sie nun stets mit ihren Freunden verbunden und haben das Gefühl, immer auf dem neuesten Stand zu sein.

Die Generation unserer Kinder kennt das Leben vor der Digitalisierung gar nicht. Deshalb sind sie

  • gut im Multitasking und können schnell Entscheidungen treffen.
  • Sie sind daran gewöhnt, große Mengen an Informationen zu erhalten und diese zügig zu verarbeiten.
  • Sie haben Zugang zu einem extrem großen Fundus an Wissen und trotzdem müssen sie Informationen suchen und zusammenfassen. Dadurch entwickeln sie wichtige Fähigkeiten für ihre Lebenswelt.

Es ist beeindruckend, wie gut unsere Kinder mit dem permanenten Input an Reizen umgehen können.

Obwohl sie sich dank dieser ständigen Konnektivität niemals einsam fühlen oder Angst haben müssen, etwas zu verpassen, ist es extrem wichtig, dass Jugendliche lernen, allein zu sein. Es auszuhalten, allein zu sein, ist (anders als Einsamkeit) eine wichtige Fähigkeit. So lernen junge Menschen, sich mit sich selbst und ohne die vielen Ablenkungen wohlzufühlen.

Die ständige Verbindung zum Internet birgt ein gewisses Risiko: Für die Teenager von heute ist es oft schwer, sich von der virtuellen Welt zu lösen und sich auf die reale Welt einzulassen.

Außerdem warten im Internet viele Gefahren wie beispielsweise Cyber-Mobbing, Pornographie und sexuelle Belästigung, denen sich sowohl Eltern als auch Teenager bewusst sein sollten.

Lesen Sie bald in Teil 2 dieses Beitrags die Tipps dafür, wie Sie ihr Kind weg vom Bildschirm und rein ins wahre Leben holen.

florianbuchmueller