Osteopathie in Belgien

Von der Osteopathie-Ausbildung im Ausland bis zum Universitätsstudium

Die Osteopathie kam erst ab etwa 1975 nach Belgien und die ersten Osteopathen die sich etablierten wurden in britischen und französischen Osteopathieschulen und Osteopathiecolleges ausgebildet. Es gab zu dieser Zeit in Belgien keine formale Osteopahtie-Ausbildung und der Weg in Nachbarländer für die Osteopathieausbildung war unumgänglich.

Inzwischen gibt es Belgien viele private Osteopathieschulen und ein Universitätsstudium an der ULB (Freie Universität Belgiens).

Osteopathie in Belgien
Osteopathie und die Ausbildung zum Osteopathen in Belgien(Quelle: ©cybrain / Getty Images)

Runder Tisch – Gesetz – Königlicher Erlass

  • Am 15. Oktober 1997 wurde ein Runder Tisch über die Regulierung der alternativen Medizin und der Osteopathie von Minister Marcel Colla (Minister für öffentliche Gesundheit und Pensionen 1995 – 1999) organisiert.
  • Am 6. Februar 1998 verabschiedete der belgische Ministerrat einen Gesetzesentwurf, um die Ausübung der Osteopathie zu organisieren. Nach zahlreichen Verhandlungen wurde dieser Gesetzesentwurf von Minister Colla offiziell vorgelegt und am 22. April 1999 wurde dieser Gesetzentwurf angenommen.
  • Jedoch wurde das Gesetz bis heute noch nicht umgesetzt und es wurden noch keine repräsentativen Ausschüsse gebildet.
  • Am 1. Januar 1997 begann die öffentliche Krankenkasse von Ath mit der Erstattung osteopathischer Behandlungen. Daraufhin begannen auch andere Versicherungen, die Erstattung osteopathischer Behandlungen durch Zusatzversicherungen zu vereinheitlichen.
  • Im Jahr 2000 wurde die Nationale Gruppe der Vertreter der osteopathischen Berufe (GNRPO) gegründet, um den Beruf des Osteopathen auf Bundesebene zu regulieren.
  • Die Satzung der GNRPO wurde am 3. Mai 2005 vom Belgischen Staatsrat ratifiziert. Sie setzt sich aus fünf anerkannten Osteopathie Berufsverbänden zusammen und hat die Aufgabe, den Beruf des Osteopathen als Dachverband zu koordinieren. Die GNRPO arbeitet eng mit den öffentlichen Behörden zusammen, um die Ausübung der Osteopathie in Belgien als eigenständigen Beruf mit einem hohen Maß an Verantwortung (Primärversorgung), spezifischen Kompetenzen und mit klaren Zielen zu regulieren und die Osteopathie in der medizinischen Landschaft in Belgien zu positionieren.
  • Die Internationale Fakultät für Osteopathie mit Sitz in Brüssel hat ihre Satzungen durch einen königlichen Erlass rechtlich anerkennen lassen und ist beim Moniteur Belge registriert. Dies ermöglichte die Schaffung von Postgraduierten-Ausbildungsmodulen in Osteopathie, in Zusammenarbeit mit den wichtigsten europäischen und amerikanischen Osteopathen und durch die Unterstützung der wichtigsten wissenschaftlichen und beruflichen Osteopathieverbände.
  • Aufgrund eines Gesetzes vom 24. September 2006 über den Schutz der Berufsbezeichnung der intellektuellen Berufe hat die GNRPO einen Antrag auf den Schutz der Berufsbezeichnung Osteopath beim Minister des Mittelstandes eingereicht.
  • Im Jahr 2008 hat der Oberste Rat der Selbstständigen und des Mittelstands seine Stellungnahme zu dieser Frage abgegeben und damit die vom Gesetz vorgeschriebene Konsultationsphase abgeschlossen.
  • Ein königlicher Erlass, der im Jahr 2010 fertiggestellt wurde, wartet bis heute auf die Verabschiedung durch den Ministerrat.

Belgien: Schutz der Patienten und Osteopathen

Osteopathen in Belgien warten auf eine positive politische Entscheidung über das Gesetz und seine wirksame Konkretisierung für die Anerkennung der Berufsbezeichnung des Osteopathen zum Schutz von Patienten und Osteopathen.

In Belgien sind daher die einzigen Standards, welche die Sicherheit von Patienten gewährleisten, die Standards des königlichen Erlasses. Dieser Erlass legt die Standards für die Osteopathieausbildung, die ethischen Verpflichtungen und den Anwendungsbereich der Osteopathie fest.

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