Osteopathie in Frankreich

Osteopathie –  ein anerkannter Beruf

Die Osteopathie ist seit 2002 ein anerkannter Beruf in Frankreich (Artikel 75 de la Loi 2002-303 du 4 mars 2002) und 2007 wurde der Titel „Osteopath“ zu einem geschützten Titel (Décret 2007-435 du 25 mars 2007).

Es gibt in Frankreich kein einheitliches Regelwerk für die Osteopathie; um den Beruf ausüben zu können, müssen sich Osteopathen bei ihrer lokalen Gesundheitsbehörde (Agence Régionale de Santé) registrieren lassen. Osteopathinnen und Osteopathen können Mitglieder von Berufsverbänden oder Gewerkschaften sein, wie z.B. dem ‚Registre des Osteopathes de France‘ und dem ‚Syndicat Français des Osteopathes‘.

Osteopathie in Frankreich
Osteopathie und die Ausbildung zum Osteopathen in Frankreich (Quelle: ©cybrain / Getty Images)

Die meisten Osteopathen praktizieren ausschließlich Osteopathie, während andere Osteopathen auch als Ärzte, Physiotherapeuten, Hebammen oder Krankenschwestern arbeiten.

Osteopathische Ausbildung ab 2015

Im Jahr 2014 wurden Verordnungen zur Reform des bestehenden rechtlichen Rahmens für die Ausbildung von Osteopathen veröffentlicht. Der im September 2014 veröffentlichte Erlass legte die Kriterien fest, die für alle osteopathischen Ausbildungseinrichtungen erforderlich sind.

Der Erlass vom Dezember 2014 (Décret 2014-1505 du 12 décembre 2014 relatif à la formation en ostéopathie) legte fest, dass die osteopathische Ausbildung ab September 2015:

  • mindestens 4.860 Stunden betragen sollte, verteilt über fünf Jahre,
  • einschließlich 1500 Stunden klinischer Praxis
  • für mindestens 150 validierte Konsultationen (Ministère des Solidarités et de la Santé).

Die französische Regierung akkreditierte daraufhin eine ganze Reihe an osteopathische Schulen.

Die klinische Ausbildung wird von der Behörde für Gesundheit und Soziales (‚Inspection générale des affaires sociales‘, IGAS) überwacht und die Regulierung der Institutionen kontrolliert.

Osteopathie in Frankreich – Kostenübernahme?

Patienten in Frankreich können Osteopathen ohne ärztliche Überweisung aufsuchen. Die osteopathische Versorgung wird nicht von der öffentlichen Krankenversicherung finanziert, aber einige private Versicherungssysteme bieten eine Deckung, die von den jeweiligen Versicherungspolicen abhängt, an.

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